Das ist hier die Frage- und zwar hier in Mailand - Metropole für Wirtschaft, Mode und Design. Und Christina mit ihrer Mama für drei Tage mittendrin im Geschehen.
Von Geschehen kann man hier wohl wirklich sprechen, nachdem momentan die weltberühmte Möbelmesse am Laufen und zudem heute noch Tag der Befreiung ist; wobei ich ehrlich glaub, dass die Stadt nie ganz stillt steht. Wie denn auch? 2/3 der Mailand Besucher kommen aus beruflichen Gründen in die Stadt, es riecht nach Gucci, Prada und Versace und schmeckt nach Geld und Erfolg!
Ich war letztes Jahr schon in Mailand und ich muss gestehen, dass mir die Stadt nicht so toll gefallen hat. Die Gebäude fand ich wenig interessant, vor allem die Mailander Skala hat mich enttäuscht; als ich davor stand, hab ich 3 Mal in meinem Reiseführer nachgeschaut, ob DAS wirklich die Mailänder Skala sei. Und tatsächlich - ein mehr oder weniger unscheinbares Gebäude soll das weltberühmte Opernhaus sein. Also wenn die Skala unsere Wiener Staatsoper sehen würde, die würde eingehen daneben - jawohl! Naja, vielleicht geht es auch nur um die Produktionen selbst, aber das Gebäude allein war jedenfalls nicht aufregend genug, um mich zu beeindrucken.
Hinzufügen muss man auch, dass ich letztes Jahr in Mailand wo übernachtet hab, wo die Buchstaben von "HOTEL" in rosa Leutschrift an der Mauer hangen - das allein sollte schon ausreichen, um eine Vorstellung der Qualität der Behausung zu bekommen.
Wie dem auch sei, muss ich sagen, dass mich der jetzige Mailand Aufenthalt doch positiv überrascht hat. Ja einerseits muss man doch ein wenig Geld haben, um es sich hier gut gehen zu lassen, andererseits ist Mailand eine Stadt, die entdeckt werden möchte. Versteckte Designerviertel mit engen Gassen und viel Charme nach nichtsahnenden grauen Straßen, unscheinbare Kirchen mit atemberaubenden Fresken, kleine nette Restaurants mit unglaublich gutem Essen, aber vor allem unzählige ausgefallene Geschäfte. Einzige Vorraussetzung dafür dieses Mailand zu erleben: man muss sich treiben lassen, es wagen in jede Kirche zu gehen, sich Zeit nehmen für die Stadt, sie auf sich wirken lassen und vor allem weg aus den Touristenvierteln kommen.
Zugeben muss ich an dieser Stelle aber schon, dass der Dom, der durchgehend von Touristen belagert wird, ein unheimlich imposantes und tolles Gebäude ist. Vor allem kann man auf dem Dach des Domes herumspazieren und sich all die kleinen Türme hautnah ansehen.
„Welches Wunder er ist! So großartig, so ernst, so riesengroß! Und noch so fein, so luftig, so anmutig! (...) Weit oben, auf dem hohen Dach, springt Reihe auf Reihe der geschnitzten und ausgesägten Türmchen hoch in der Luft, und durch ihr reiches Flechtwerk sieht man den Himmel darüber… Oben auf dem Dach, das sich (…) von seinen breiten Marmorfliesen erhebt, waren lange Reihen von Türmchen, die aus der Nähe sehr hoch aussahen, sich aber in der Ferne verkleinerten... Wir konnten jetzt sehen, dass die Statuen auf der Spitze von jedem die Größe eines großen Mannes hatte, obwohl sie von der Straße alle aussahen wie Puppen."
(Mark Twain 1867)
Gleich neben dem Dom befinden sich die Galleria Vittorio Emanuele II, Einkaufsgalerien, in denen sich Gucci, Prada und Louis Vuitton förmlich die Hand reichen. Eindruck hinterlassen hat in den Galerien für mich jedoch nur der Stier, in dessen Genitalien eingetreten werden muss, um Glück zu haben. Genauer gesagt handelt es sich dabei um das Bild eines Stiers, welches sich als Mosaik auf dem Boden der Galerie befindet und Glück bekommt man dann, wenn man seine rechen Ferse auf den Hoden des Stiers platziert und sich dabei ein Mal um seine eigene Achse dreht. Ursprünglich wurde dies nur am 31.Dezember gemacht, heute schwören vor allem Touristen auf dieses Glück - und zwar tagtäglich, dementsprechend durchlöchert sind des armen Stiers Genitalien...
Eine weitere Besonderheit Mailands ist Leonardo Da Vincis Abendmahl. Zum Glück hab ich eine gscheite Mami, die das wusste. Wär hätte gedacht, dass sich das weltberühmte Werk Da Vincis in Mailand in einer Kirche befindet? Also ich nicht - diese Information ist scheinbar irgendwo an mir vorbei gegangen. Doch nicht an all den anderen Touristen, denn die streng geregelten Besichtigungen, waren bis Mitte Mai ausgebucht! Na bravo! Das soll sich jemand Mal trauen , das einer sturköpfigen Gina mit Mama zu sagen, die sich fest in den Kopf gesetzt hatten, dieses einmalige Werk zu besichtigen. Naja, wo ein Wille da ein Weg. Der Weg hieß dann einfach: hingehen, nett lächeln und fragen. Und ja, wir hatten Glück, es gab noch zwei Restplätze, auf die wir zwar eine 3/4 Stunde warten mussten, aber Kunst hat halt seinen Preis. Um Punktgenau 12h15 - ja wir befinden uns zwar in Italien, aber man darf nicht vergessen, dass wir uns ja im Norden Italiens befinden - wurde eine Gittertür aufgesperrt durch die genau 25 Personen gelassen wurde. Wir befanden uns vor einer Schleuse, die erst aufging, sobald die Gittertür zu war, danach befanden wir uns in einer und zwei weiteren Schleusen, bis wir endlich im Speisesaal der Santa Maria delle Grazie angelangten, um das sagenhafte Werk eine ganze 1/4 Stunde genießen konnten. Das Cenacolo - wie es auf italienisch heißt, erstreckte sich auf einer Wand am Ende des Speisesaals, viel größer, als wir es uns vorgestellt hatten, wurde zwar unzählige Male renoviert, einige Jünger haben Bärte dazubekommen, die dann wieder abgenommen wurden, aber es war schon ein tolles Gefühl die Wandmalerei so vor sich zu haben, nachdem sie ja doch wirklich sehr bekannt ist.
Ja es war ein toller Aufenthalt in einer inspirierenden Stadt, die von Models, Geschäftsmännern und Designern nur so wimmelt, eine Stadt, die einem Stil und Wirtschaftlichkeit abverlangt, eine Stadt, in der man einfach DIE-SEIN muss!



























sie wollte die sein... die sein die design designt! ;)
AntwortenLöschenganz genau ;)
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